Die Top Reiseziele in Paraguay

Paraguay liegt, umringt von Brasilien, Bolivien und Argentinien im Herzen S├╝damerikas. Mit einer Fl├Ąche von 406.752 km geh├Ârt es zu den kleineren L├Ąndern des Kontinents und nimmt eine Sonderstellung ein: Der paraguayische Erz├Ąhler Augusto Roa Bastos nannte sein Heimatland einst ┬źeine von Land umgebene Insel┬╗. Damit ist weniger die geografische Abgeschiedenheit gemeint, als vielmehr die auf seiner Geschichte beruhende Andersartigkeit.

Kriege und Diktaturen haben im Volk ein ausgepr├Ągtes Gef├╝hl der Einheit hervorgerufen. Fast jeder Paraguayer hat Guarani-Vorfahren und die vorspanische Zeit nimmt im Geschichtsunterricht der Schulen eine wichtige Stellung ein. Die Wildnis von Gran Chaco wird gerne als Arche Noah des Subkontinentes bezeichnet und, anders als in anderen s├╝damerikanischen Staaten, ist die indianische Sprache, in Paraguay also die Guarani, der Sprache der einstigen Kolonisten gleichgestellt. Vielerorts genie├čt sie sogar Vorrang. Martin Dobrizhoffer, jesuitischer Missionar aus ├ľsterreich, beschrieb im 18. Jahrhundert die Sprache der Guarani als eine der elegantesten und wortreichsten der Welt. Ein hierzulande gel├Ąufiges Sprichwort sagt, dass das Herz Guarani spricht, der Verstand Spanisch.

Der Rio Paraguay unterteilt das Land in zwei H├Ąlften. Da ist einerseits der fruchtbare und viel dichter besiedelte Osten, anderseits der Westen mit verstreuten Siedlungen der mennonitischen Farmer und die Heimat indianischer Nomaden. Geschichtlich und geografisch verbindet der in den Rio de la Plata m├╝ndende Rio Paraguay das Land mit Argentinien und Uruguay.

Paraguay hat sowohl kulturell, als auch geschichtlich und landschaftlich viel zu bieten. Die meisten Touristen besuchen das einzigartige Land als kurze Zwischenstation auf einer Rundreise durch S├╝damerika. Es lohnt sich jedoch, einen l├Ąngeren Aufenthalt einzuplanen und unvergessliche Eindr├╝cke zu sammeln.

Von Deutschland, ├ľsterreich und der Schweiz aus werden zwar keine Direktfl├╝ge nach Asunci├│n angeboten, es gibt aber verschiedene bequeme Reisem├Âglichkeiten mit einem Zwischenstopp: Von Madrid aus fliegt die Iberia Asunci├│n an, Aerolineas Argentina fliegt via Buenos Aires. Sollten Sie vom internationalen Airport Silvio Pettirossi mit einem Mietwagen in die Stadt fahren, wird Ihr erster Eindruck durch die vielen Schlagl├Âcher auf der Zufahrtsstra├če getr├╝bt werden. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, das liebenswerte Paraguay h├Ąlt wesentlich eindr├╝cklichere Abenteuer parat!

Asunci├│n ÔÇô Paraguays Hauptstadt, eine der ├Ąltesten St├Ądte S├╝damerikas

Asunci├│n wird, wie die meisten s├╝damerikanischen Gro├čst├Ądte, von Gegens├Ątzen gepr├Ągt. Nur in geringer Gehdistanz voneinander finden Sie einerseits moderne Einkaufsstra├čen mit teuren Boutiquen und Duty-free-Shops und anderseits die feine Eleganz nobler Kolonialbauten. Nur einen Steinwurf voneinander entfernt leuchten in der Metropole grelle Neonlichter und atmen Geb├Ąude aus der Vergangenheit Geschichte. Auffallend sind die unz├Ąhligen Monumente, die zu Ehren milit├Ąrischer F├╝hrer, trauriger Niederlagen und Pyrrhussiegen erstellt wurden. Oft sieht man die Einwohner hier kurz innehalten und den Soldaten gedenken, indem sie das Kreuzzeichen schlagen.

Der Pr├Ąsidentenpalast in Asuncion

Der Pr├Ąsidentenpalast in Asuncion

Und noch etwas beeindruckt die Besucher der Hauptstadt Paraguays: Das sind die angenehmen Umgangsformen der freundlichen Bev├Âlkerung und eine gewisse, positive Beh├Ąbigkeit, mit der das Leben in der Metropole abl├Ąuft. Die Spanier, die die Region als erste besiedelten, suchten, so hei├čt es, keine Goldsch├Ątze, sondern das Paradies auf Erden.

Die Gr├╝ndungsgeschichte Asunci├│ns

Asunci├│n wurde vom Spanier Domingo de Irala am 15. August 1537 gegr├╝ndet und gilt als eine der ├Ąltesten St├Ądte S├╝damerikas. Irala hielt sich zuvor in Argentinien auf und floh vor den dort herrschenden unsicheren Zust├Ąnden nach Paraguay, wo er eine Schutzzone einrichtete. Damals glaubte er noch, Goldsch├Ątze der Inkas finden zu k├Ânnen. Die Guarani verb├╝ndeten sich mit den Spaniern und hofften, ebenfalls einen Teil des Goldes zu bekommen. Als Vertrauensbeweis ├╝berlie├čen sie den Spaniern ihre T├Âchter. Allerdings waren die Sch├Ątze der Inkas bereits von Pizarro gepl├╝ndert worden. Dass Irala trotzdem in der Stadt blieb, hatte einen guten Grund: Ihm gefiel es, sorglos und fernab der spanischen Krone zu leben. Es war ├╝blich, dass Mitglieder verschiedener Gesellschaftsschichten untereinander heirateten und so gab es in dieser Kolonie nie Klassenunterschiede.

Das sollten Sie in Asunci├│n sehen und erleben:

  • Plaza de los H├ęroes
    Setzen Sie sich auf eine Bank und genie├čen Sie das bunte Treiben auf dem Platz. Die Menschen hier sind so verschieden, wie kaum an einem anderen Ort. So sind Geldw├Ąscher ebenso zu sehen, wie Obstverk├Ąuferinnen mit K├Ârben voller bunter Fr├╝chte auf dem Kopf oder die einst so gef├╝rchteten Milit├Ąrpolizisten.
  • Caf├ę Lido
    In der N├Ąhe des Plaza de los H├ęroes l├Ądt das Caf├ę Lido ein, das sopa paraguaya, ein kr├Ąftiges, landestypisches Maisbrot oder einen frischen Orangensaft zu genie├čen.
  • Casa de la Independencia

Das Museum Casa de la Independencia befindet sich in einem ehemaligen Kolonialbau. Hier begann 1811 die Verschw├Ârung gegen die spanische Kolonialmacht und hier erkl├Ąrte sich Paraguay f├╝r unabh├Ąngig. Die Casa de la Independencia ist an allen Tagen, au├čer sonntags, ge├Âffnet.

  • Museo del Barro
    Das Museo del Barro fasziniert mit einer Sammlung religi├Âser Kunst aus der Kolonialzeit und stellt umfassende Exponate aus, die von Kultur, Kunst und Zusammenleben der indigen V├Âlker Paraguays Zeugnis ablegen.
  • Die Altstadt
    Ein Besuch im ├Ąltesten Teil der Stadt ist ein Muss! Der pastellfarbene Regierungspalast, der Palacio del Gobierno thront auf einem Felsen und beherbergt prachtvolle Einrichtungsgegenst├Ąnde, die der Erbauer Francisco Solano Lopez aus Paris einf├╝hren lie├č. Zu den Sehensw├╝rdigkeiten der Altstadt geh├Ârt die Aduana: Hier, am Zollamt, beginnt das Hafengel├Ąnde. Das alte Festungswerk l├Ąsst die ehemalige Bedeutung Asunci├│ns als Grenzort erahnen. Auf der anderen Seite des Flusses breitet sich bereits die Wildnis des Chaco aus.
    Die Altstadt ist vor allem bei Backpackern beliebt, die hier auch ein ├╝berschaubares Nachtleben vorfinden.

Es werden ├╝brigens verschiedene Stadtrundfahrten angeboten, geleitet von einem ortskundigen Reiseleiter. Auch die Auswahl an organisierten Ausfl├╝gen in der gesamten Region ist gro├č.

Ausflugsziele in der n├Ąheren Umgebung von Asunci├│n

Etwa 6,5 Kilometer au├čerhalb der Hauptstadt befindet sich der Botanische Garten. Auf verschiedenen Rundwegen k├Ânnen Sie hier entspannen und in die wundervolle Natur eintauchen. Der Besuch der beiden Museen im Park ist sehr empfehlenswert: Da ist einerseits das Museum f├╝r Naturgeschichte, anderseits das Museo Indigenista, welches sich den indianischen Kulturen widmet. Untergebracht sind beide Ausstellungen in ehemaligen Residenzen der Pr├Ąsidentenfamilie Lopez. Ebenfalls befindet sich hier der Zoo von Asunci├│n. Dieser ist vor allem f├╝r Familien mit kleineren Kindern interessant, f├╝r Erwachsene aber nicht unbedingt lohnenswert.

Am gegen├╝berliegenden Flussufer gibt es eine zweifelhafte Touristenattraktion: Hier leben Maca-Indianer, die extra f├╝r den Tourismus in dieser Region in einem Reservat angesiedelt wurden. Ihre Lebensbedingungen sind sehr bescheiden und den Lebensunterhalt verdienen sie sich damit, ausgestattet mit Spielzeugtrommeln und Federschmuck f├╝r Erinnerungsfotos der Touristen zu Verf├╝gung zu stehen. Wer sich ernsthaft f├╝r das indianische Kunsthandwerk interessiert, wird im Laden des Museo Boggiani f├╝ndig, welches sich in der Vorstadt San Lorenzo befindet.

Rund 20 Kilometer ├Âstlich von Asunci├│n liegt Capiata. Die kleine Stadt z├Ąhlt rund 2.500 Einwohner und wurde 1640 von den Jesuiten gegr├╝ndet. Sehenswert ist vor allem die Kirche, die eine wertvolle, geschnitzte Skulptur aus dem 17. Jahrhundert beherbergt. Fahren Sie von hier aus weiter in ├Âstlicher Richtung, erreichen Sie nach rund 10 Kilometern Itaugua, den f├╝r seine filigranen Spitzen ber├╝hmten Ort. Falls Sie Mitte Juli in der N├Ąhe unterwegs sind, sollten Sie sich das an drei Tagen stattfindende Fest, welches dieses wundervolle Handwerk feiert, nicht entgehen lassen. Vielleicht ben├Âtigen Sie noch originelle Mitbringsel f├╝r die Daheimgebliebenen? Was Sie auf dem Markt in Itaugua kaufen, ist garantiert ÔÇ×made in ParaguayÔÇť.

San Bernardino – Kurort am Ypacarai-See

55 Kilometer von Asunci├│n entfernt liegt der Ypacarai-See und an diesem der beliebte Kurort San Bernardino. Hier erholen sich vor allem die wohlhabenden Paraguayer. 24 Kilometer ist der See lang und hat eine Fl├Ąche von 125 km, idyllisch eingebettet in tropische Vegetation. Auf einer Rundreise durch Paraguay empfiehlt es sich, einige Tage in dieser sch├Ânen Region zu entspannen. An dem wundersch├Ânen See gibt es herrliche Spazierwege, B├Ąume spenden an hei├čen Tagen Schatten, B├Ąnke laden zum Ausruhen ein. Auf dem See tummeln sich die Wassersportler. W├Ąhrend es im Sommer, der hier von Dezember bis Februar reicht, recht ├╝berlaufen ist, finden Besucher in der Nebensaison Ruhe und Beschaulichkeit.

Lago Yparacai

Lago Yparacai

San Bernardino wurde nach dem Ersten Weltkrieg umbenannt und erhielt seinen Namen zu Ehren des Pr├Ąsidenten Bernardino Caballero. Seinen urspr├╝nglichen Namen ÔÇô Nueva Baviera ÔÇô verdankte der Ort seinem Gr├╝nder Jabob Schaerer: Die im August 1881 gegr├╝ndete Stadt war n├Ąmlich urspr├╝nglich eine deutsche Kolonie. Bis heute entspricht ihre Flagge der Deutschlands. Die, zum Teil recht heruntergekommene, Architektur erinnert ebenfalls an die Gr├╝nderzeit. Sie vermischt sich mit einigen Hotels, Ferienh├Ąusern und Restaurants. Vor allem in der Hauptsaison gibt es in San Bernardino einige Diskotheken und Clubs. Die vielen Besucher, welche die Stadt an den Hochsommerwochenenden aufsuchen, gaben ihr den Beinamen ÔÇ×Capital del VeranoÔÇť: Hauptstadt des Sommers.

Das beliebte Ausflugsziel, vor allem aber der See, leidet stark unter Umweltverschmutzung. Inzwischen wurde er zum Nationalpark erkl├Ąrt und es ist auch an den Touristen, ganz gleich ob Einheimische oder Ausl├Ąnder, daf├╝r Sorge zu tragen, dass sich das Bioklima des Ypacarai-Sees erholen kann.

Ciudad del Este ÔÇô Eldorado f├╝r Shoppingfans

Die zweitgr├Â├čte Stadt des Landes liegt im L├Ąnderdreieck zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien. Sie z├Ąhlt rund 320.780 Einwohner. Zu den bekanntesten S├Âhnen und T├Âchtern der Stadt geh├Âren der Schachgro├čmeister Axel Bachmann und der Fu├čballer Julio Villalba. Kulturelles hat sie kaum etwas zu bieten, handelt es sich doch eher um eine neureiche, gesch├Ąftige Stadt, die am Rei├čbrett entworfen wurde und heute vor allem bei Schn├Ąppchenj├Ągern beliebt ist. So kommen t├Ąglich Brasilianer in Reisebussen in Ciudad el Este an, um g├╝nstig Uhren, elektronische Ger├Ąte und andere Importwaren zu erstehen. M├Âchten Sie hier Geld ausgeben, achten Sie darauf, auf keinen der zahlreichen Hochstapler, Schmuggler und Schwindler hereinzufallen, die gef├Ąlschtes Parf├╝m und andere imitierte Produkte und Kuriosit├Ąten gesch├Ąftig anbieten. Sicher, es macht Spa├č, sich das Treiben anzusehen, aber wesentlich interessanter sind andere Sehensw├╝rdigkeiten in der Umgebung von Ciudad del Este.

Wasserkraftwerk Itaipu

Sie erreichen von Ciudad del Este das Wasserkraftwerk Itaipu, welches zu den gr├Â├čten Tourismusattraktionen des Landes z├Ąhlt, g├╝nstig mit dem ├Âffentlichen Linienbus. Vor allem technisch interessierte Besucher werden begeistert sein: Mehrsprachige Guides vermitteln auf dem Gel├Ąnde des Wasserkraftwerkes w├Ąhrend einer Bustour viel Wissenswertes. Es gibt Stopps zum Aussteigen und Fotografieren und die M├Âglichkeit, einen atemberaubenden Blick auf den Rio Parana zu werfen. In einem kleinen Museum informiert ein Film ├╝ber das spannende Wasserkraftwerk Itaipu.

Wasserdamm Itaipu Binacional

Wasserdamm Itaipu Binacional

Saltos del Monday

Der eindr├╝ckliche Wasserfall Saltos del Monday, etwa 6 Kilometer au├čerhalb der Stadt, wird gerne als kleine Schwester der Iguazu-Wasserf├Ąlle an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bezeichnet. Rundreisen durch S├╝damerika stoppen deshalb kaum hier, was den Vorteil hat, dass dieses wundersch├Âne Ausflugsziel eigentlich nie ├╝berlaufen ist. Saltos del Monday zieht vor allem Einheimische an und gilt unter Touristen als echter Geheimtipp. Sie sollten sich dieses Naturschauspiel keinesfalls entgehen lassen! Schon von oben sehen die Wasserf├Ąlle beeindruckend aus, noch fantastischer erleben Sie diese allerdings von unten. Ein Lift f├╝hrt hinunter, wo Sie sich von einem einmaligen Naturschauspiel verzaubern lassen k├Ânnen: Nicht allein die Wasserf├Ąlle lohnen den Besuch, sondern auch die unz├Ąhligen Schmetterlinge, die in allen m├Âglichen Formen und Farben hier umherflattern.

Encarnaci├│n ÔÇô geschichtstr├Ąchtige Hafenstadt

In Encarnaci├│n, der Hauptstadt des Departamentos Itapua an der Grenze zu Argentinien, leben 118.300 Einwohner. Encarnaci├│n ist eine Hafenstadt, die im M├Ąrz 1615 von Jesuiten gegr├╝ndet wurde. Heute ist aber von der urspr├╝ngliche Mission Itapua am Ufer des Rio Parana nichts mehr zu sehen.

Encarnaci├│n gilt als Hauptort des paraguayischen Karnevals. Seit 1916 wird dieser hier gefeiert: Ein Spektakel, das sich Touristen nicht entgehen lassen sollten. Sowieso ist die im S├╝den Paraguays gelegene Stadt einen Besuch wert. Da ist einerseits das angenehm milde Klima, welches ihr den Beinamen ÔÇ×Perle des S├╝densÔÇť einbrachte, anderseits gibt es einige interessante Ausflugsziele unweit der Stadt:

Ruine der Jesuitenmision Santisima Trinidad de Paraná

Ruine der Jesuitenmision Santisima Trinidad de Paraná

Etwa 30 Kilometer n├Ârdlich von Encarnaci├│n k├Ânnen die ber├╝hmtesten Ruinen Paraguays besucht werden: La Sant├şsima Trinidad de Parana. Hierbei handelt es sich um Jesuiten-Kirchenruinen, die vor Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe erkl├Ąrt wurden. Am Abend k├Ânnen Sie La Sant├şsima Trinidad de Parana wundersch├Ân beleuchtet auf einer gef├╝hrten Rundf├╝hrung bestaunen. Die Ruinenst├Ątte, wo einst die indigene Urbev├Âlkerung zwangsmissioniert wurde, vermittelt einen Eindruck der ehemaligen katholischen Kirchenmacht. Im Eintrittspreis sind alle gro├čen Jesuitenst├Ątten in der Umgebung inbegriffen, sodass arch├Ąologisch interessierte Besucher hier l├Ąnger verweilen k├Ânnen. Die vielleicht interessanteste, weil noch relativ gut erhaltene, Ruinenst├Ątte ist Ruinas jesu├şticas de Jes├║s de Tavarangue. Rund 500 Jahre alt, legen sie ein imposantes Zeugnis der Baukunst jener Zeit und der T├Ątigkeit der Missionare ab.

Costanera de la Ciudad de Encarnaci├│n

Obwohl Paraguay ein Binnenland ist, k├Ânnen Sie w├Ąhrend Ihrer Rundreise eine Pause an einem wundersch├Ânen Sandstrand einlegen und die vielen Eindr├╝cke verarbeiten. Die Costanera in Encarnacion wurde vor einigen Jahren errichtet und wird der Bezeichnung ÔÇ×Perle des S├╝densÔÇť absolut gerecht. Die saubere, kilometerlange, mit Sandstrand aufgef├╝llte Playa ist gut besucht und bietet alles, was man von einem Badeurlaub erwarten kann. Nat├╝rlich befinden Sie sich hier nicht in Rio, sondern an einem Sandstrand am Flussufer, aber vielleicht macht gerade das den besonderen Reiz aus. Sie schauen hier nicht aufs Meer hinaus, sondern hin├╝ber zur Hochhaussilhouette des argentinischen Ortes Posadas. Hinter dem breiten Strand warten viele Caf├ęs und Restaurants auf G├Ąste und vor allem abends ist immer viel los.

Ein weiterer herrlicher Sandstrand wurde nur wenige Gehminuten vom Zentrum der Stadt aufgef├╝llt: Playa San Jos├ę hat bei Insidern den Beinamen ÔÇťkleines Dubai von S├╝damerikaÔÇŁ bekommen und verspr├╝ht beinahe karibisches Flair.

Gran Chaco ÔÇô der artenreiche Nationalpark

Das weite Land des Chaco muss den Vergleich mit dem Amazonas nicht scheuen. Als eine der sch├Ânsten Landschaften S├╝damerikas bietet es ├Ąu├čerst vielf├Ąltiger Flora und Fauna eine Heimat. Buchen Sie unvergessliche Tiersafaris und lernen Sie die tierischen Bewohner des Gran Chaco Nationalparks aus n├Ąchster N├Ąhe kennen. Im schwer zu erreichenden Parque Nacional Defensores del Chaco ist die nat├╝rliche Vegetation noch erhalten und das wechselfeuchte Klima bietet vielen Tierarten den optimalen Lebensraum. Nicht nur der Puma findet in dieser einzigartigen Wildnis noch ausreichend Jagdm├Âglichkeiten. Mit etwas Gl├╝ck k├Ânnen auch Jaguar, Tapir, viele Vogelarten, Giftschlangen und sogar eine Wildschweinart, von der man lange annahm, dass sie ausgestorben sei, beobachtet werden.

Aber nicht nur die Tierwelt fasziniert die Besucher: Die Naturlandschaft des Chaco z├Ąhlt zu den gr├Â├čten Trockenw├Ąldern der Erde und ist zugleich das zweitgr├Â├čte ├ľkosystem des s├╝damerikanischen Kontinents. Die Region ist sehr d├╝nn besiedelt. Vor allem einige indigene V├Âlker, die sich perfekt an die harschen Lebensbedingungen anzupassen wissen, leben im Gran Chaco. Es wird angenommen, dass in der Wildnis sogar noch nomadische Ureinwohner, die bisher nie Kontakt zur Au├čenwelt hatten, zu Hause sind.┬á Der Chaco hat au├čerdem, wie andere abgelegene Gebiete auch, besondere Auswandergruppen angezogen. So leben hier relativ viele Mennoniten.

Die Mennoniten waren urspr├╝nglich Deutsch-Niederl├Ąnder. Diese haben im Jahre 1926 im Zentralen Chaco eine Kolonie gegr├╝ndet, die eine Fl├Ąche von rund 7.500 Quadratkilometern umfasst. Es handelt sich um eine streng protestantische Wiedert├Ąufergemeinde. Sie betreiben eigene Banken, Krankenh├Ąuser und Schulen sowie gro├če Landwirtschaftsbetriebe, welche sie genossenschaftlich organisieren. Die kleine, vorwiegend plattdeutsch sprechende, Bev├Âlkerungsgruppe erzeugt den gr├Â├čten Teil der Milchprodukte von ganz Paraguay. Bis heute kleiden sich einige im Stil des 19. Jahrhunderts.

Ybycu├ş ÔÇô Paraguays beliebtester Nationalpark

150 km s├╝d├Âstlich von Asunci├│n liegt der Ybucui-Nationalpark. Er ist der beliebteste und somit meistbesuchte Nationalpark Paraguays und ein Eldorado f├╝r Naturliebhaber. M├Âchten Sie den Park erkunden, vergessen Sie nicht, gute Wanderschuhe einzupacken. Die herrliche Pflanzenwelt entdecken Sie n├Ąmlich am besten auf ausgedehnten Wanderungen. Beim Ybucui-Nationalpark handelt es sich um einen Ausl├Ąufer des brasilianischen Regenwaldes. Wanderer finden zauberhafte Wasserf├Ąlle, glasklare B├Ąche, und k├Ânnen die artenreiche Welt der Schmetterlinge S├╝damerikas bewundern. Von Menschen kaum ber├╝hrt, bieten sich hier einmalig sch├Âne Naturerlebnisse. M├Âchten Sie die Wasserf├Ąlle Mbocarusu besichtigen, empfiehlt es sich, einen ortskundigen F├╝hrer zu buchen.

Cerro-Cor├í ÔÇô der Nationalpark mit seltenen Kulturg├╝tern

Ein weiterer lohnenswerter Nationalpark ist der 5.000 Hektar gro├če Cerro-Cora-Nationalpark. Durch Abholzung erhielt der ehemals durchgehende Regenwald eine teils steppenartige Landschaft. Gl├╝cklicherweise weist er aber auch noch W├Ąlder auf und Berge sowie Felsformationen machen den Park einzigartig. Am 1. M├Ąrz 1870 fand in diesem Gebiet der gr├Â├čte milit├Ąrische Kampf S├╝damerikas statt, welcher in Europa jedoch kaum Beachtung fand. Die sehenswerten Zeitzeugen reichen aber viel weiter zur├╝ck: im Park k├Ânnen bis zu 5000 Jahre alte Wand- und H├Âhlenmalereien bewundert werden. Der herrliche Naturpark steckt voller Geschichte und wer sich f├╝r Natur und Kulturg├╝ter interessiert, sollte das Cerro-Cora-Naturreservat unbedingt auf seinen Reiseplan setzen.

Die Laguna Blanca ÔÇô Urlaub im wundervollen Naturschutzgebiet

Die Laguna Blanca in Paraguay ist ein touristischer Ort, welcher von ├Âkologischer Landwirtschaft gepr├Ągt ist. Er umfasst au├čerdem einen See, der ├╝ber kalkhaltigem Sand liegt, wodurch das Wasser glasklar erscheint und zum Tauchen geeignet ist. Die Laguna Blanca befindet sich im Departement San Pedro, etwa 28 Kilometer au├čerhalb der Stadt Santa Rosa del Aguaray. Au├čer privaten Grundst├╝cken befindet sich hier ein staatliches Reservat. 1997 begann die Familie Duarte den Landtourismus in der Region zu entwickeln und er├Âffnete die Laguna Blanca Ranch. Sie steht heute unter Naturschutz und wird von Nichtregierungsorganisationen unterst├╝tzt. Dieser besonders sch├Âne Ort zieht j├Ąhrlich viele Wissenschaftler und Touristen an. International ist er vor allem als bedeutendes Vogelschutzgebiet bekannt.

Touristen finden neben der herrlichen Natur und dem sauberen See alles, was zu einem Aktivurlaub geh├Ârt: Gasth├Âfe und Campingpl├Ątze, viele Sport- und Wassersportangebote und sch├Âne Spazierwege in den D├╝nen. Dabei wird streng darauf geachtet, dass nur Aktivit├Ąten ausge├╝bt werden, welche die nat├╝rliche Umgebung nicht gef├Ąhrden. Einige Aktivit├Ąten d├╝rfen nur unter professioneller F├╝hrung stattfinden. Bitte beachten Sie, dass diese gut gebucht sind, und reservieren Sie Ihren F├╝hrer rechtzeitig!

Salto Cristal ÔÇô unbekannter Schatz in der Wildnis

Salta Cristal hei├čt so viel wie ÔÇťKristall-Wasserf├ĄlleÔÇŁ, und diese begeistern einfach jeden, der sie besucht. Zwar sind sie nicht so gro├č wie die Saltos de Monday, aber schon allein ihre herrliche Lage inmitten der wundersch├Ânen Natur machen sie zu etwas Besonderem. Der Besuch ist ein unvergessliches Abenteuer. Entweder spazieren Sie vom nahe gelegenen Campingplatz aus zu den Wasserf├Ąllen, oder Sie parken Ihr Auto in der N├Ąhe und wandern rund eine halbe Stunde. W├Ąhrend schon die Anfahrt ├╝ber Lehm- und Sandstra├čen mit gro├čen Schlagl├Âchern abenteuerlich wirkt, geht auch der Wanderweg ├╝ber Stock und Stein sowie eine Holztreppe. Die M├╝he wird mit einem faszinierenden Naturschauspiel belohnt. Obwohl der Campingplatz in der N├Ąhe ist, kann es sein, dass Sie hier keinen Menschen antreffen.

Falls Sie etwas l├Ąnger bleiben m├Âchten und campen, k├Ânnen Sie ├╝brigens auch Canyoning oder Abseilen am Wasserfall buchen. Der Campingplatz ist zweckm├Ą├čig ausgestattet und verf├╝gt ├╝ber sanit├Ąre Anlagen. Reisen Sie zum Salto Cristal ohne zu ├╝bernachten, sollten Sie rund drei Stunden f├╝r die abenteuerliche Besichtigung einplanen.

Paraguay und die deutschen Auswanderer

Paraguay ist ein d├╝nn besiedeltes Land und seine Einwohner bezeichnen sich selbst, laut Meinungsumfragen, als sehr gl├╝ckliche Menschen. Sicher spielen dabei auch das milde Klima und die relativ niedrigen Lebenshaltungskosten eine Rolle. Das sind einige gute Gr├╝nde f├╝r Deutsche, in das s├╝damerikanische Land auszuwandern. Nat├╝rlich spielt auch die Tatsache, dass sich schon in der Vergangenheit viele Deutsche in Paraguay niedergelassen haben, eine Rolle. Heute sind etwa f├╝nf bis sieben Prozent der Einwohner Paraguays deutschst├Ąmmig. Zwischen dem 18. Jahrhundert und dem 1. Weltkrieg kamen vor allem die Mennoniten nach Paraguay, von 1954 bis 1989 zog es viele Menschen mit deutschen Wurzeln aus Brasilien ins Land. Sie wurden vom damaligen, ebenfalls deutschst├Ąmmigen, Diktator Alfredo Stroessner sehr gef├Ârdert. Ganz problemlos verlief dies allerdings nicht, denn sie bekamen viel Land, was f├╝r Unmut unter der eingeborenen Bev├Âlkerung sorgte.

Die Deutschen blieben in Paraguay meist unter sich und siedelten in Kolonien. Inzwischen wurden aber auch Eingeborene integriert, die bei den Paraguay-Deutschen Arbeit fanden. In den Kolonien erinnert vieles an die deutsche Heimat, so wird das alte Kulturgut, wie Lieder und Br├Ąuche, gepflegt und auch auf den Speisekarten in den Gasth├Ąusern sind typisch deutsche Spezialit├Ąten zu finden. Die Kolonien leben inzwischen nicht ausschlie├člich von der Landwirtschaft, sondern immer mehr auch vom Tourismus.

Weniger bekannt ist die Geschichte der Immigrantensiedlung Nueva Germania, n├Ârdlich von Coronel Oviedo. Ihre Gr├╝nder waren die Schwester des Philosophen Friedrich Nitzsche, Elisabeth F├Ârster und deren Ehemann, ein leidenschaftlicher Antisemit. Die beiden verfolgten 1886 mit Nueva Germania das Ziel, eine rein arische Kolonie zu schaffen. Dass das Unternehmen zum Scheitern verurteilt war, lag vor allem daran, dass es nicht ausreichend Grundwasser gab und die Lebensbedingungen im ungewohnt hei├čen Klima sehr schwierig waren. Nach dem Suizid ihres Mannes kehrte Elisabeth F├Ârster schlie├člich nach Deutschland zur├╝ck. Der Autor Ben Macintyre erz├Ąhlt diese bizarre Geschichte in seinem Buch ÔÇ×Vergessenes Vaterland: Die Spuren der Elisabeth NietzscheÔÇť.

Auswandern nach Paraguay? Seit einigen Jahren zieht es wieder mehr Deutsche nach Paraguay. Nicht nur f├╝r einen Urlaub, sondern um dort zu leben. Immer mehr entscheiden sich, ihren Lebensabend in dem s├╝damerikanischen Land zu verbringen. Die stressgewohnten Deutschen finden hier gute Voraussetzungen f├╝r ein ruhiges, beschauliches Leben. Aber warum Paraguay? Vieles ist in diesem relativ kleinen s├╝damerikanischen Land unproblematischer als in der Heimat. So l├Ąsst sich zum Beispiel ein Eigenheim leichter und kosteng├╝nstiger als in Deutschland erwerben. Wenn zu Hause die Rente nur knapp ausreicht, sichert sie hier ein gutes Leben. Dank der Kolonien gibt es sofort etwas Heimatgef├╝hl, denn es wird ein deutscher Dialekt gesprochen und das deutsche Brauchtum ist nach wie vor erhalten geblieben. Wer auf die aus Deutschland gewohnte P├╝nktlichkeit und Perfektion verzichten kann, f├╝hlt sich, egal ob jung oder alt, meistens schnell angekommen und angenommen.

├ťbrigens: Es wird gemunkelt, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Haus in Paraguay besitzt.