Rio de Janeiro: Seilbahn zum Zuckerhut modernisiert

Die Modernisierung der traditionsreichen Seilbahn, die brasilianische und ausländische Touristen auf den Gipfel des Zuckerhuts (Pão de Açúcar) bringt, ist abgeschlossen. Der Zuckerhut ist eines der Wahrzeichen Rio de Janeiros. Der Transport erfolgt jetzt in neuen Gondeln, die eigens in der Schweiz gefertigt wurden. Die getönten Scheiben aus reflexfreiem Glas bieten einen noch beeindrucken deren Ausblick, ein modernes Belüftungssystem sorgt für noch mehr Komfort. Das Antriebssystem ist computergestützt. Die Kosten für die Modernisierung belaufen sich auf € 3 Millionen.

Der Austausch der Gondeln der zweiten Generation erfolgte, nachdem diese 37 Jahre lang zuverlässig ihre Dienste geleistet hatte. Mitte 2008 wurden die Gondeln ausgetauscht, die auf der ersten Teilstrecke zwischen dem Praia Vermelha und dem Morro da Urca pendelten. Zum Abschluss der Modernisierungsarbeiten wurde das letzte Paar Gondeln der Strecke vom Morro da Urca zum Zuckerhut Ende Juni ersetzt. Das gesamte System wird ständig gewartet, die Seile für den Antrieb mit einer Lebensdauer von 30 Jahren wurden gemäß den strengen Sicherheitsvorschriften letztmalig 2002 ersetzt.

In insgesamt 97 Jahren hat die Seilbahn fast 40 Millionen Fahrgäste auf den Zuckerhut befördert. Er ist eine der Hauptattraktionen der Stadt, seine Geschichte zur Namengebung hat verschiedene Ursprünge. Vor allem hat der Ort eine bedeutende Geschichte, denn am Fuße dieses Hügels gründete der Portugiese Estácio de Sá am 1. März 1565 die Stadt, die damals São Sebastião do Rio de Janeiro genannt wurde. Bereits damals war der außergewöhnliche Blick über die Bucht von Guanabara, der eine Überwachung des Schiffsverkehrs und die Erkennung eventueller Invasoren ermöglichte, einer der Gründe für die Auswahl des Standorts.

Zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme im Jahre 1912 war die Seilbahn die erste in Brasilien und die dritte in der Welt (nach den Seilbahnen in Monte Ulia, Spanien, und in Wetterhorn in der Schweiz). Die Route hat sich mit einer ersten Etappe bis zu einer Höhe von 220m  und einer zweiten Etappe bis 396m bis heute grundsätzlich nicht geändert. Die zurückgelegte Strecke liegt bei etwas über 1200m und dauert etwa 10 Minuten. Jede Gondel transportiert bis zu 65 Passagiere.

Die erste Gondel-Generation zu Beginn des letzten Jahrhunderts war aus Holz gefertigt und nahm 24 Personen auf. Die zweite Generation von 1972, hatte bereits das Design einer Blase. Sie bot einen Panoramablick, verfügte über eine größere Aufnahmekapazität und bestand aus modernen Materialien wie Metall, Glas und Acryl. 1979 besiegte Agent James Bond (Roger Moore) auf dem Dach einer dieser Gondeln den Bösewicht Jaws in dem Thriller Moonraker. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bondinho.com.br (in den Sprachen Portugiesisch, Englisch und Spanisch).


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