Luftfahrt: Iata-Chef versus Steuerbelastungen
Der Chef des internationalen Luftfahrtverbands Iata, Giovanni Bisignani, wettert gegen weitere finanzielle Belastungen, die den Fluggesellschaften etwa durch Umweltauflagen bevorstehen. Der Grund: “Wir kämpfen ums Überleben”, so der Iata-Chef.Bisignani beklagt in einem Interview mit der “Wirtschaftswoche”, dass die Politik die durch die Krise angeschlagene Luftfahrtbranche mit zusätzlichen Kosten belasten will. “Wir zahlen jedes Jahr Zigmilliarden an Abgaben und mehr als 50 Mrd. Euro an von der Politik geschaffenene Monopole wie Flughäfen und Luftraumüberwachung”, so der Iata-Chef. Wegen Umweltauflagen würden noch einmal bis zu sechs Milliarden Euro bis 2012 hinzu kommen, beklagt er. Bisignani spielt damit unter anderem auf den EU-Emissionshandel an, an dem sich die Fluggesellschaften in Europa künftig beteiligen sollen.
Die Airlines könnten zusätzliche Lasten derzeit keinesfalls tragen. “Wir müssen die Krise nutzen, um gemeinsam mit der Politik und unseren Partnern wie Flughäfen und Flugzeugherstellern eine stärkere Branche zu werden”, schlägt der Iata-Frontmann daher vor.
Die Fluggesellschaften bräuchten die finanziellen Mittel, um in neue Technologien und den Klimaschutz zu investieren. Es sei das Ziel der Branche, “sicherer, grüner und profitabler” zu werden, so Bisignani. “Das beginnt bei neuen Navigationsverfahren, die unsere Flüge schneller machen.” Auch wünscht er sich effizientere Maschinen: “Kerosin ist inzwischen unsere größte Kostenposition, und jede Einsparung macht uns profitabler.”
Dass die Airlines ihre Ausgangssituation mittels höhere Ticketpreise verbessern könnten, glaubt Bisignani indes nicht: “Schön wäre es. Tatsächlich sind die Flugpreise bereits vor der Krise im Schnitt pro Jahr um rund zwei Prozent gesunken. Das geht auch nach der Krise so weiter.”
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